Wenn Freiberufler einen Kredit beantragen wollen, stehen sie regelmäßig vor dem gleichen Problem. Wer keine Sicherheiten für den Kredit hat, hat häufig nicht den Hauch einer Chance auf das benötigte Geld. Warum das so ist? Das größte Problem ist das Einkommen. Freiberufler bekommen keine Gehaltsabrechnung, haben kein zu 100 Prozent sicheres Einkommen.
Damit ist für die Banken nicht gewährleistet, dass sie den Kredit tatsächlich bis zum Ende zurückzahlen können. Die Banken wollen jedoch ihr Forderungsausfallrisiko so gering wie möglich halten. Freiberufler, die keine zusätzlichen Sicherheiten zu bieten haben, haben es schwer, das benötigte Geld zu bekommen.
Wie Kreditanfragen den Schufa-Score beeinflussen

Kreditinstitute sind Vertragspartner der Schufa Holding AG. Aufgrund gesetzlicher Regelungen (§ 18 Kreditwesengesetz) und natürlich im eigenen Interesse sind sie dazu verpflichtet, das Kreditausfallrisiko möglichst gering zu halten. Deshalb überprüfen Banken die Bonität ihrer Kunden bei einer Wirtschaftsauskunftei, die größte ist die Schufa. Aufgrund der dort abgefragten Daten erstellen Banken ein individuelles Angebot für ihre Kunden. Ist der Schufa-Score schlecht, sind auch die Kreditkonditionen schlechter oder es kommt sogar zur Ablehnung des Kreditantrages. Kunden, die nun nach günstigen Kreditangeboten suchen und im Zuge dessen einen vorvertraglichen Preisvergleich durchführen, lösen damit häufig einen Eintrag bei der Schufa aus.
Das hat zur Folge, dass der Score-Wert weiter sinkt und die Kreditwürdigkeit sich verschlechtert und damit verschlechtern sich die Kreditkonditionen immer weiter.
Damit das nicht passiert, hat die Schufa ein neues Instrument geschaffen: die Kreditkonditionenanfrage. Doch lange nicht alle Geldinstitute arbeiten automatisch damit. Freiberufler, die über das Online-Kredit-Portal smava Preise vergleichen, lösen lediglich eine Konditionenanfrage aus, die den Bonitätsscore nicht beeinflusst. Dort können Antragsteller auch ihren Kredit mit der Bank ihrer Wahl online abschließen.
Was der Schufa-Score eigentlich bedeutet
Der Schufa-Score stellt in der Geschäftswelt einen Punktwert dar, der Auskunft über das zu erwartende Zahlungsverhalten einer Person gibt. Anhand von Vorgängen aus der Vergangenheit errechnet ein Algorithmus in einem Analyseverfahren einen Prozentwert, der das zukünftige Risiko für einen Zahlungsausfall wiedergibt.
Dazu speichert die Auskunftei folgende für die Berechnung wichtige Daten:
- Personenbezogene Daten, wie Name, Anschrift und Geburtsdatum,
- Zahlungsverhalten; hier werden sowohl Unregelmäßigkeiten, wie auch positive Merkmale erfasst,
- Inkassodaten, wie nicht beglichene Rechnungen oder Vorgänge, die ein Inkassounternehmen bearbeitet hat,
- Gerichtsdaten, wenn es beispielsweise zu einem Haftbefehl oder der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung kam
- Laufende oder kürzlich beendete Insolvenzverfahren
Das Bundesdatenschutzgesetz verbietet es, dass die Auskunfteien Daten zur Einkommenssituation, dem Familienstand oder Arbeitgebern speichern. Sie spielen für die zu berechnenden Bonitätswerte keine Rolle. Der Score kann einen Wert zwischen 0 und 100 Prozent betragen. Dabei bedeutet ein hoher Prozentwert eine gute Bonität und damit ein geringes Ausfallrisiko für die Bank. Liegt der Wert über 97, 5 Prozent ist das Risiko für die Bank sehr gering. Bei einem Wert zwischen 80 und 90 Prozent ist das Risiko schon deutlich erhöht, geringer als 50 Prozent bedeutet für die Bank ein sehr hohes Risiko.
Manchmal schleichen sich Fehler ein
Nicht immer ist die Auskunft bei der Schufa korrekt, ab und an ergibt die Abfrage des Schufa-Scores auch einen falschen Wert. Damit sich der falsch-negative Wert nicht auf die Kreditwürdigkeit auswirkt, ist es wichtig, bei der Schufa von Zeit zu Zeit eine kostenlose Selbstauskunft einzuholen. Sinnvoll ist es, eine solche Abfrage einmal im Jahr zu machen. Liegen veraltete oder sogar fehlerhafte Daten vor, muss der Freiberufler den Beweis erbringen, dass ein Fehler vorliegt. Die Schufa ist dann dazu verpflichtet, den Fehler zu korrigieren oder den fehlerhaften Eintrag vollständig zu löschen.
Eintragungen bei der Schufa bleiben in der Regel noch drei Jahre nachdem eine Forderung vollständig beglichen wurde gespeichert. Wer beispielsweise im Herbst 2016 die letzte Rate einer Verbindlichkeit bezahlt hat, ist zum 31.12.2019 wieder clean.
Welche Sicherheiten Banken akzeptieren
Wer als Freiberufler einen Kredit beantragen möchte, braucht etwas mehr als eine gute Idee, fachliche Kompetenz und einen ausgeklügelten Businessplan. Die Bank verlangt Sicherheiten als Grundvoraussetzung für die Bewilligung des Kredits. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sichern die Banken sich ab. Wenn es dann tatsächlich zu Zahlungsschwierigkeiten kommt, kann die Bank die Sicherheiten in Anspruch nehmen. Dabei gibt es zwei Arten von Sicherheiten: Personen- und Sachsicherheiten. Zu den Personensicherheiten zählen: Bürgschaften, Patronatserklärungen und schriftliche Erklärungen zur Schulden-Mit-Übernahme. Als Sachsicherheiten gelten Gegenstände, die den entsprechenden Gegenwert darstellen, wie Immobilien oder Fahrzeuge.
Bei der Bürgschaft ist eine dritte Partei beteiligt, die für den Kredit bezahlt, sollte der Kreditnehmer ausfallen. Das kann eine private Bürgschaft durch ein Familienmitglied, Bekannte oder Freunde sein. Voraussetzung ist immer, dass sie über ausreichende Vermögens- oder Sachwerte verfügen. Allerdings sollten Freiberufler oder Selbstständige sehr genau darüber nachdenken, ob sie tatsächlich einen Bürgen mitunterschreiben lassen. Häufig fühlen diese sich dann dazu berufen, sich in geschäftliche Entscheidungen einzumischen.
Für das Gespräch mit der Bank

Wenn klar ist, wie hoch der Finanzbedarf ist, folgt der nächste logische Schritt: die Anfrage bei der Bank. Insbesondere Selbstständige sollten sich sehr gut auf dieses wichtige Gespräch vorbereiten. Die Sicherheiten für den Kredit sind eigentlich eine Nebenbedingung. Fehlende oder unzureichende Sicherheiten führen sehr häufig zum Scheitern von Bankgesprächen. Manchmal ist es auch so, dass die Bank eine Sicherheit unzureichend bewertet. Mit einem entsprechenden Gutachten können Freiberufler diese Bewertung durch die Bank beeinflussen.
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